Irish Dance - der irische Volkstanz

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Der irische Volkstanz geht in der Geschichte Irlands mehrere tausend Jahre zurück. Da früher in Irland Geschichten und Erkenntnisse in mündlicher Form weitergegeben wurden, ist der tatsächliche Ursprung nicht ganz sicher erforscht.

Man geht aber davon aus, dass die ersten aktiven irischen "Tänzer" die Druiden waren, die rituelle Tänze in einer Form von Ringtänzen ausübten. Der Spirit dieser Tänze hat sich in gewisser Weise bis heute in den Ring- bzw. Rundtänzen erhalten. Die Existenz sogenannter Dance Master kann bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Der Dance Master war wie ein Wanderarbeiter - er zog von Ort zu Ort und wurde für seine Tanzstunden mit Kost, Logis oder Geld bezahlt, je nachdem was die Familie des Tanzschülers aufbringen konnte. Die tänzerische Erziehung war ein fester Bestandteil der irischen Kultur, Eltern war es sehr wichtig, ihren Kindern dieses Kulturgut mitzugeben.

Dementsprechend war der Beruf des Dance Master sehr angesehen. Trafen sich Dance Masters zu Märkten an Wegkreuzungen zu sogenannten Crossroad Dances, tanzen die Dance Master und auch andere fortgeschrittene Tänzer um die Wette. Der Tänzer mit den meisten oder auch kunstvollsten Schritten gewann - dies war wohl der Ursprung der irischen Tanzwettkämpfe, Feis oder Feisanna, genannt.

Bei Festen und sozialen Zusammenkünften tanzte man Gruppentänze, die sogenannten Ceilís. Die Ceilís haben feste Schrittfolgen zu einem bestimmten Musikrhythmus, die sich zu Figuren zusammensetzen oder auch einen Platz- bzw. Partnertausch vorsehen. Die Schrittfolgen wiederholen sich solange, bis die Musik endet – diese Ceilís werden deswegen auch progressive dances oder long progressive dances genannt. Es gibt aber auch Ceilís die zu ganz bestimmten Melodien mit einer bestimmten Menge an verschiedenen Schritten getanzt werden. Diese Gruppentänze in geselliger Atmosphäre gibt bis heute, meist ist dort jeder herzlich willkommen. Beispielsweise in der St. Patrick's Day Week gibt es am Vorabend des 17. März, also des eigentlichen Feiertages, einen Ceilí in Dublin am St. Steven's Green. Aber auch in der Grafschaft Kerry gibt es regelmäßig Ceilís - informieren Sie sich vor Ihrer Irlandreise, das wird ein stilechtes Erlebnis!

Auch die Feiseanna gibt es bis heute, zwischenzeitlich mit einem extrem professionellen Ausmaß. Sie finden international statt, in verschiedenen Kategorien und Altersklassen, mit heiß umkämpften und begehrten Preisen. Dies bekam eine Struktur und ein Regelwerk mit Gründung der Irischen Tanzkommission (An Coimisiún Le Rincí Gaelacha) im Jahr 1929. Grundsätzlich beschäftigt sich die Kommission mit der Veranstaltung der Wettkämpfe, Festlegung der Rahmenbedingungen, Ausbildung der Wettkampfrichter sowie Bestimmungen zu Leistungs-Leveln, Tanzarten und erlaubtem Schrittmaterial.

Die meist getanzten Tanzformen

Reel: 4/4 Takt, meist der ersten Tanz, der gelernt wird, sehr schnell
Slip oder Hop Jig: 9/8 Takt, meist nicht sehr schnell
Light Jig: 6/8 Takt
Single Jig: 6/8 Takt, mäßig schnell
Slides: 12/8 Takt: sehr schwungvoller Single Jig, hat seinen Ursprung in der Provinz Munster
Hornpipe: 4/4 oder 2/4 Takt, punktiert gespielt, besonders charakteristisch sind drei betonte Viertelnoten am Ende
Polka: i 2/4 Takt, sehr schwungvoll gespielt
Set Dances: festgelegte Schritte zu festgelegter Musik mit einer bestimmten Folge von Figuren

Die Tanzrhythmen werden von den Irish Dancers in Soft- oder Hardshoes umgesetzt. Bekannter sind die Hardshoes, auch Steppschuhe genannt.

Berühmt wurde der Irish Dance in der Welt durch die irischen Tanzshow "Lord of the Dance", danach der "Celtic Tiger" durch Frontmann und Solotänzer Michael Flatley. Dem folgten viele andere irische Shows, nicht nur in Deutschland begann der Irish Dance seinen rasanten Siegeszug.
Beate Buchholz

... studierte Wirtschaftwissenschaften mit Schwerpunkt Internationales Marketing & Management in Berlin und den Niederlanden. Das Marketing-Vollblut arbeitete anfangs im klassischen Marketing, bevor sie vollends im Online-Marketing aufging. Seit Januar 2010 arbeitet sie nebenberuflich für selbstständige Projekte. Nach vielen Jahren Wettkampf und Show im Irish Dance ist sie nun Autorin für www.visitirland.de und Mitgründerin von www.iguiding.net. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Webseite: www.visitirland.de

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