Trinity College

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Das attraktive gregorianische Gebäude im Zentrum von Dublin ist Irlands älteste Universität. Ursprünglich befand sich auf dem Gelände eine Augustiner-Priorei, die von Elisabeth I. konfisziert wurde, um 1592 dort die Universität zu begründen. Bis zum Jahr 1793 war der Besuch der Universität ausschließlich Protestanten vorbehalten, heute sind die meisten Studenten Katholiken. Ziel dieser religiösen Einschränkung war, junge protestantische Iren ein Studium in Irland zu ermöglichen. Damit wollte man verhindern, dass sie auf dem europäischen Festland studierten und sich dort vom Papismus anstecken ließen.

Gleich am Eingang des College, am Front Gate, begrüßen Staturen von Edmund Burke (Philosoph) und Oliver Goldsmith (Dichter) die Besucher. Aus dem Trinity College sind einige bekannte Persönlichkeiten hervorgegangen, die irischen Schriftsteller Samuel Beckett (Warten auf Godot), Jonathan Swift (Gullivers Reisen), Bram Stoker (Erfinder von Dracula) oder der Popsänger Chris de Burgh, um nur einige zu nennen. Nicht zu vergessen auch George Berkeley, der mit nur 15 Jahren am Trinity College studierte und später Namensgeber der Berkeley University in Kalifornien wurde.

Im Innenhof des Colleges befindet sich ein 30m hoher Glockenturm, genannt "Campanile", man vermutet, dass sich dort das ehemalige Zentrum des Klosters befand.

Links der Campanile findet man die Statur des George Salmon. Von 1888 bis zu seinem Tod in 1904 bekleidete er das Amt des Kanzlers des Trinity College. Als extrem konservativ denkender Mensch, setzte er sich stark dafür ein, Frauen den Zugang zum College zu verwehren. Er wollte eine Zulassung Zeit seines Lebens nicht zulassen. Das sollte so auch geschehen – prompt nach seinem Ableben in 1904 wurden die ersten weiblichen Studenten am Trinity College zugelassen!

Südlich des Innenhofes befindet sich die alte Bibliothek. Dort sind wohl die Hauptattraktionen des Colleges: der 65m langen Long Room mit 250.000 der ältesten Buchexemplare Irlands, inklusive des sagenhaften Book of Kells und die Harfe des Brian Ború. Es ist älteste Harfe Irlands, man schätzt das Entstehungsdatum um 1400.
Die Bibliothek enthält insgesamt über 4 Mio. Bücher – jedes Jahr müssen ca. ein Kilometer zusätzliche Regale entstehen, um neue Bücher unterzubringen.

Der Eintritt auf das Gelände ist kostenlos. Der Eintritt in die Bibliothek erfolgt über das Visitor Centre und ist kostenpflichtig. Das Visitor Centre ist auch eine gute Gelegenheit, ein paar Souvenirs mitzunehmen!

Book of Kells - Das Buch von Kells

Um das 8. Jahrhundert entstanden ist das Book of Kells eins der ältesten Bücher der Welt.

Und wem das noch nicht beeindruckend genug ist, der findet in den Seiten auch eins der am aufwendigsten Illustrierten Bücher. Die Illustrationen locken jedes Jahr eine halbe Million Besucher in das Trinity College, um ganze zwei Seiten des Buches zu bestaunen. Leider kann man nicht mehr von dem Original sehen, aber man kann natürlich auch verstehen, dass ein altertümliches Buch besondere Behandlung professioneller Hände beim umblättern braucht. Dieser Umstand hat dem Buch seinen Spitznamen Pages of Kells gebracht. Alle, die mehr von diesem Buch sehen möchten, können sich im Visitor Centre des Trinity College mit Büchern, DVDs und anderen Medien über das Buch eindecken.

Man geht davon aus, dass Mönche im schottischen Kloster St.Colmcille auf der Insel Iona das Book of Kells anfertigten. Warum heißt es dann nicht Book of Iona?
Immer wieder fielen Irland und Schottland den Raubzügen der Wikinger zum Opfer. Um das Buch zu schützen, flohen die schottischen Mönche mit Ihrem Buch 806 n.Chr. nach Kells in Irland. Dort blieb es für 850 Jahre und erhielt durch diesen Aufenthalt seinen Namen. Danach wurde es aus Sicherheitsgründen in das Trinity College verlegt und kann dort seitdem bewundert werden.

In dem Buch sind neben anderen Texten die vier Evangelien des Neuen Testaments in lateinischer Sprache dargestellt. Aufwendig verzierte Anfangsbuchstaben kennt man aus vielen historischen Büchern - das Book of Kells zeichnet sich auch durch liebevolle Illustrationen zwischen den Zeilen aus. Ob gewollt oder die Folge unbeabsichtigter Tintenkleckse, die verdeckt werden mussten; das weiß nur der jeweilige Mönch allein.

Beate Buchholz

... studierte Wirtschaftwissenschaften mit Schwerpunkt Internationales Marketing & Management in Berlin und den Niederlanden. Das Marketing-Vollblut arbeitete anfangs im klassischen Marketing, bevor sie vollends im Online-Marketing aufging. Seit Januar 2010 arbeitet sie nebenberuflich für selbstständige Projekte. Nach vielen Jahren Wettkampf und Show im Irish Dance ist sie nun Autorin für www.visitirland.de und Mitgründerin von www.iguiding.net. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Webseite: www.visitirland.de

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